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Was sollte man vor der Geburt planen und erledigen?

Die Geburt eures Kindes steht bald an? Dieser Moment gehört wohl zu denen im Leben, die mit einer ganzen Bandbreite an Gefühlen verbunden sind. Falls es euer erstes Kind ist, solltet ihr durchaus akzeptieren, wenn tief in euch nicht nur Freude herrscht, sondern auch Ängste und viele, viele Fragen. Wird alles gutgehen? Tue ich das Richtige für mein Baby? Was ist überhaupt alles zu tun? Um euch ein wenig zu helfen bei diesem so wunderbaren Ereignis, geben wir euch hier eine Aufstellung der Dinge an die Hand, die ihr vor der Geburt planen und erledigen solltet.

An erster Stelle: Gefühle zulassen

Vorbereitungen vor der Geburt

Geburtsvorbereitungen

Was euch auch bewegt: Gefühle wie Angst, Skepsis, Unmut über körperliche Schmerzen und Beeinträchtigen gehören ebenso zur Geburt wie Freude, Faszination und Liebe für das ungeborene Wesen. Nicht nur die außergewöhnliche Situation selbst beeinflusst euch stark, sondern auch ganz biologische Vorgänge im Körper, ausgelöst durch einen veränderten Hormonhaushalt. Euer Körper bereitet sich ebenso auf die Entbindung vor wie eure Seele. Setzt euch mit all diesen zwiespältigen Dingen auseinander und holt euch bei Bedarf Rat bei vertrauten Personen: eurem Partner, eurer Gynäkologin, eurer Hebamme oder anderen Menschen, mit denen ihr sprechen könnt.

Geburtsvorbereitungskurse…

… sind ein optimales Mittel, um sowohl mit den Emotionen umzugehen als auch die praktischen Dinge zu behandeln. Nicht nur Mütter, die ihr erstes Kind erwarten, schätzen die Vorteile der Geburtsvorbereitungskurse. Ihr lernt vieles darüber, was in eurem Körper physisch und psychisch vor sich geht und was ihr tun könnt, um euch gezielt auf die Entbindung vorzubereiten. In einem guten Kurs geht die Leitung individuell auf alle Teilnehmerinnen – und auch Teilnehmer! – ein, beantwortet alle Fragen und zeigt auf, was ihr alles tun könnt, um euch mit eurem neuen Erdenbürger vertraut zu machen.

Der Ort der Geburt

Diese Frage ist von großer Bedeutung: Wo soll euer Baby zur Welt kommen?

  • Im Krankenhaus mit umfassender medizinischer Versorgung und eventuell nötigen Notfallmedizin?
  • In einem speziellen Geburtshaus, in dem eine besondere, geborgene Atmosphäre nach euren Wünschen geschaffen wird?
  • Zu Hause mithilfe eurer vertrauten Hebamme?

Eine Geburt ist mit Schmerzen verbunden, die zum Teil heftig werden können. Mit diesem Gedanken solltet ihr euch gut vertraut machen und eure Hebamme unterstützt euch dabei. Dabei kann die Geburtsposition eine wichtige Rolle spielen. Es gibt zahlreiche Frauen, die beispielsweise eine Entbindung im Sitzen oder im Wasser als schmerzärmer empfinden – Wasser ist nun mal das Element, aus dem wir selbst auch einmal herausgeboren wurden. Diese Entscheidung trefft ihr am besten in Ruhe und ohne Druck von außen. Vor allem schiebt ihr energisch allen Berichten von Freunden und Verwandten einen Riegel vor, die von langen, mühsamen Geburten erzählen oder die gar dramatisch von plötzlichen Notfall- Kaiserschnitten berichten. Solche Dinge tun euch nicht gut und hindern euch daran, in euch selbst hineinzuhorchen.

Eine andere wichtige Frage ist die nach der Person/en, die bei der Geburt dabei sein soll/en. Der Partner bzw. Vater des Kindes, sofern möglich? Eine andere sehr vertraute Person? Wenn ihr jemanden auswählt, an eurer Seite zu sein: Sprecht ausführlich mit diesen Menschen und schaut, ob sie selbst wirklich das Bedürfnis und den Willen haben, die Entbindung mitzuerleben. Sobald sich auch nur leise Zweifel zeigen, raten wir euch davon ab – was ihr im Kreißsaal nicht braucht, ist jemand, der noch labilere Nerven hat als ihr.

Die Auswahl der Klinik

Entscheidet ihr euch für eine Entbindung im Krankenhaus, raten wir euch, bei der Auswahl eine Liste an Fragen abzuarbeiten.

  • Wie ist die Lage der Klinik?
  • Wie empfinde ich die Atmosphäre? Wie freundlich sind die Mitarbeiter? Beantworten sie meine Fragen ausführlich und gehen sie auf mich ein?
  • Wer darf bei der Geburt anwesend sein?
  • Kann ich eine eigene Hebamme mitbringen?
  • Wie sind die Besuchszeiten, auch für Kinder?
  • Wie verläuft die Betreuung des Babys, kann es die ganze Zeit bei mir sein?
  • Gibt es eine Stillberatung?
  • Welche (notfall-)medizinischen Möglichkeiten hat die Klinik?

Der Koffer für die Klinik

Wenn es konkret wird und eure Geburt bald bevorsteht, packt ihr am besten schon vorab einen Klinikkoffer. Denn falls es unerwartet sehr schnell gehen muss oder ihr durch Wehenschmerz beeinträchtigt seid, ist kaum noch Gelegenheit, ruhig zu packen und an alles zu denken. Bereitet den Koffer schon ab der 37. Woche vor und stellt ihn in eine leicht zugängliche Ecke. Sagt auch eurem Partner oder anderen vertrauten Menschen, wo der Klinikkoffer sich befindet.

Was ihr im Krankenhaus nicht braucht, sind folgende Dinge, die ihr nämlich dort erhaltet:

  • Windeln
  • Fläschchen und Babynahrung
  • Handtücher
  • Damenbinden und spezielle Einmalschlüpfer

In euren Koffer gehören diese Dinge:

  • Unterwäsche für etwa eine Woche, die bequem und weit sein muss, sowie Still-BHs
  • Pyjama bzw. Nachthemd und Morgenmantel, dazu Hausschuhe
  • Artikel für eure eigene Körperhygiene wie Zahnputzzeug, Deo, Shampoo, Cremes, Haarbürste
  • Sehr bequeme Oberbekleidung für die Tage, an denen ihr kein Nachtzeug mehr braucht. Dies darf ruhig „Schlabberlook“-Bekleidung sein, denn euer Körper ist in der ersten Zeit meist empfindlich gegen enge Kleidung
  • Mutterpass und Krankenversicherungskarte
  • Bekleidung für euch selbst und euer Baby für die Fahrt nach Hause. Für euer Kleines sind das ein Body, ein Strampler und eine Mütze.

Die standesamtliche Registrierung

Kaum ist euer Nachwuchs auf der Welt, tritt schon die Bürokratie in sein Leben. Das Neugeborene bzw. sein Name werden binnen kurzer Zeit auf dem Standesamt registriert. In einigen Krankenhäusern geschieht dies noch dort, indem ein Mitarbeiter des Standesamtes in die Klinik kommt. Ist dies der Fall, braucht ihr dafür euren Personalausweis und das Familienstammbuch oder die Heiratsurkunde. Diese Dinge müssen nicht schon in eurem Klinikkoffer sein, aber eine Person, die weiß, wo sich die Unterlagen befinden, kann sie in den Tagen nach der Entbindung mitbringen. Es empfiehlt sich also, sie zu Hause ebenfalls griffbereit deponiert zu haben.

Wenn ihr diese Aspekte berücksichtigt, habt ihr auf dem Weg zur gut geplanten Geburt schon viel geschafft. Wir drücken euch ganz fest die Daumen und wünschen euch eine gut verlaufende Geburt und einen tollen Start mit eurem Baby.

Rechtliches zum Thema: Erbrecht

Erben und Vererben sind eine sehr komplizierte Angelegenheit. Es genügt nicht, seinen letzten Willen einfach aufzuschreiben und zu glauben, das wäre genug. Wenn ein Testament gegen geltendes Recht verstößt, kann es ungültig sein. Gleichzeitig denken viele Menschen nicht daran, ein Testament aufzusetzen, wenn sie jung und gesund sind, oder sie scheuen diesen Gedanken generell. Wir geben euch hier einen kurzen Einstieg in das Thema Erbrecht. Dabei können und dürfen wir keine rechtliche Beratung abgeben – unsere Hinweise sind lediglich ein erster Schritt in Richtung Erbrecht.

Das Testament

Auch im digitalen Zeitalter gilt: Ein Testament muss vollständig mit der Hand geschrieben sein. Es genügt nicht, einen getippten letzten Willen mit der Hand zu unterschreiben – alles muss handschriftlich verfasst sein. Auch eine Tonaufnahme reicht nicht aus.

Unten stehen das Datum und die Unterschrift. Das Datum muss nicht unbedingt sein, schafft aber Klarheit, falls es mehr als ein Testament gibt. Diese Vorschrift beinhaltet zugleich, dass die Handschrift leserlich sein muss – wenn es Unklarheiten gibt, entsteht schnell eine Auseinandersetzung zwischen den Hinterbliebenen. Und das sollte nicht geschehen, denn der Verlust eines Menschen ist schon schlimm genug.

Das Testament kann wahlweise zu Hause verwahrt werden oder bei einem Rechtsanwalt (der auch beim Verfassen helfen kann.) Wichtig ist nur, dass die Hinterbliebenen wissen, wo sich das Testament befindet, damit es rechtzeitig gefunden wird. Ansonsten gilt die gesetzliche Erbfolge.

Die gesetzliche Erbfolge

Wenn es keinen schriftlichen letzten Willen gibt oder er nicht auffindbar ist, gilt die gesetzliche Erbfolge. Hierbei werden die Hinterbliebenen in verschiedene so genannte Ordnungen eingeteilt:

  • Erben 1. Ordnung: Nachkommen des Verstorbenen: Kinder, Enkel, Urenkel, adoptierte und nichteheliche Kinder
  • Erben 2. Ordnung: Die Eltern des Verstorbenen und deren Nachkommen, also die Geschwister des Erblassers, Neffen, Nichten, Großneffen und –nichten.

Wichtig bei den Erben 2. Ordnung ist: Solange die Eltern des Verstorbenen noch leben, erben sie alles, während die Geschwister nichts erhalten. Lebt noch ein Elternteil, erbt er die Hälfte und die Kinder gemeinsam die andere Hälfte. Falls der Erblasser keine Geschwister hat, erbt der noch lebende Elternteil alles.

  • Erben 3. Ordnung: Die Großeltern des Verstorbenen und deren Nachkommen (Onkel, Tanten, Cousins, Cousinen)
  • Erben 4. Ordnung: Urgroßeltern des Verstorbenen und deren Nachkommen
  • Erben 5. Ordnung: jeweils noch weiter entfernte Verwandte

Diese Rangordnung bedeutet: Solange es zum Beispiel Erben 1. Ordnung gibt, erhalten alle nachfolgenden Verwandten nichts. Gibt es keine Erben 1. Ordnung, aber 2., sind diese erbberechtigt und alle folgenden wiederum nicht. Die einzige Ausnahme hiervon bildet das Ehegattenerbrecht.

Das Ehegattenerbrecht

Damit ein Ehepartner, der ja mit seinem Partner nicht blutsverwandt ist, ebenfalls erbt, gelten hier besondere Regeln in der gesetzlichen Erbfolge.

  • Gibt es Erben 1. Ordnung, erbt der Ehegatte ein Vierteil des Nachlasses.
  • Bei Erben 2. Ordnung erhält der Ehegatte die Hälfte.
  • Bei den weiteren Ordnungen erbt er alles.

Diese Regelungen werden jedoch noch in ihrer Gültigkeit überlagert durch den in der Ehe geltenden Güterstand:

  • Bei Gütertrennung wird das Erbe zu gleichen Teilen zwischen dem Partner und den Kindern aufgeteilt.
  • Gab es eine Gütergemeinschaft oder eine Zugewinngemeinschaft, erhöht sich der Erbteil des Partners um ein Vierteil gegenüber den anderen Erben. Bei Erben 1. Ordnung erhält er also pauschal die Hälfte des Erbteils.
  • Bei eingetragenen Lebenspartnerschaften gilt mittlerweile dasselbe wie in der Ehe.

Der Pflichtteil

Wenn ein Testament verfasst wird, dass bestimmte Personen der oben genannten Ordnungen ausschließt, obwohl sie erbberechtigt sind, steht ihnen dennoch ein Pflichtteil zu. Dieser beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Wenn also beispielsweise ein Familienvater stirbt, eine Frau und zwei Kinder zurücklässt und im Testament ein Kind enterbt, erhält dieses Kind trotzdem etwas und zwar die Hälfte dessen, was es eigentlich erben würde. Eine ausdrückliche Enterbung ist schwer durchzusetzen – dazu muss die enterbte Person dem Erblasser mit einer groben menschlichen Verfehlung begegnet sein, etwa mit einem Mordversuch oder zumindest einer sehr konkreten Morddrohung.

Ein Testament verfassen

In der Wahl der Erben seid ihr, abgesehen vom Pflichtteil, ganz frei. Es ist hilfreich, wenn zum Testament eine Liste der Vermögenswerte beiliegt, denn normalerweise sind nicht alle Hinterbliebenen gleich gut informiert.

Für alle Beteiligten gut ist es außerdem, wenn ein Testament den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Damit lassen sich viele Familienkonflikte oder gar juristische Auseinandersetzungen vermeiden. Denn es ist möglich, ein Testament anzufechten – also vor Gericht zu gehen und auf einer anderen Erbverteilung zu bestehen.

Einige Menschen haben auch den Wunsch, ihren Haustieren ein Erbe zukommen zu lassen. Dies ist in Deutschland jedoch nicht möglich, denn Tiere gelten vor dem Gesetz als Sache und können nicht erben. Was ihr tun könnt: Ihr verfügt in eurem letzten Willen, dass eine bestimmte Person sich um das Tier kümmert und dafür einen Betrag aus eurem Nachlass erhält.

Ein Erbe ausschlagen

Dieses Recht hat jeder, der etwas erben kann bzw. als Erbe eingesetzt ist. Denn nicht nur Vermögen wird vererbt, sondern auch Pflichten und Schulden. Bevor ihr ein Erbe annehmt, informiert euch gut über alle Einzelheiten, damit ihr keine unangenehmen Überraschungen erlebt.

Das Berliner Testament

Diese besondere Form des Testaments betrifft Ehepartner, die sich gegenseitig vor den Erben 1. Ordnung, also den Kindern, als Erben einsetzen möchten. Gerade Paare, die ihrem zurückbleibenden Partner das Haus erhalten wollen, wählen diese Option. Hierbei setzen sich die Ehepartner gegenseitig als Alleinerben ein, und die Kinder erben erst dann, wenn auch der zweite Elternteil verstorben ist – abgesehen vom Pflichtteil.

Ein Nachteil des Berliner Testaments ist der Umstand, dass es vom überlebenden Partner nachträglich nicht mehr geändert werden kann.

Und zum Schluss…

… noch der Rat: Wenn euch das Erben und Vererben wichtig ist, wendet euch an einen Anwalt. Er berät euch und sorgt dafür, dass Irrtümer vermieden werden. Ein Todesfall bringt schon genug Trauer mit sich und häufig auch die Organisation vieler Dinge – von der Trauerkarte über den Erbschein bis hin zur Regelung der Beerdigung. Wenn dann das Testament in Ordnung ist, lassen sich viele Probleme vermeiden.

Wen zur Hochzeit einladen?

Hochzeitsgäste

Gästeliste zur Hochzeit

Ihr wollt euch trauen – dazu gratulieren wir euch von ganzem Herzen! Nun gibt es für euch eine Menge zu planen und zu beachten. Einer der wichtigsten Punkte ist die Frage: Wen zur Hochzeit einladen? Während dies für einige Paare sehr schnell zu beantworten ist, denken andere wahrscheinlich länger darüber nach. Wir geben euch hier verschiedene Informationen und Hinweise, die euch eine gute Orientierungshilfe sein werden.

Die Hochzeit: ein Fest der Familie

Bei einer Eheschließung heiraten nicht lediglich Braut und Bräutigam – zwei ganze Familien werden gleichzeitig zu Verwandten. Deshalb ist die Hochzeitsfeier ein Anlass für diese beiden Familien, die entsprechend auf der Gästeliste stehen werden.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass ihr sämtliche Verwandten bis hin zum fünften Grad einladen müsst. Zu eurer Hochzeit sollten all jene Verwandten kommen, die in eurem Leben auch wirklich eine Rolle spielen und zu denen ihr eine gute Beziehung habt:

  • Eltern und Großeltern
  • Geschwister und deren Partner
  • Paten, wenn sie Verwandte sind
  • Tanten und Onkel sowie Cousinen und Cousins hängen bereits vom Grad der Nähe ab und alle weiter entfernten Verwandten ebenfalls

Bei der Anzahl der Gäste spielt außerdem euer Budget eine Rolle. Es ist nicht sinnvoll, unverhältnismäßig viel Geld auszugeben, damit alle, wirklich alle Angehörigen dabei sein können. Trotz des oben erwähnten Umstandes, dass zwei Familien zusammenkommen, empfehlen wir euch, eure Gäste nach der tatsächlich bestehenden Beziehung einzuladen.

Eine weitere Frage, die ihr unbedingt klären solltet: Werden Kinder mit eingeladen? In den meisten Fällen ist dies der Fall, aber dann ist es ratsam, einen separaten Raum mit Möglichkeiten entsprechend dem Alter der Kinder vorzuhalten – Schlafen für Babys, Ruhe für Kleine, Spiele für Ältere. Weist in euren Einladungskarten am besten darauf hin, so dass die Eltern die entsprechenden Dinge wie Spielzeug und Kuschelkissen mitbringen.

Freunde des Paares…

Hochzeitsgäste

Gästeliste zur Hochzeit

… werden in der Regel ebenfalls zur Hochzeit eingeladen. Hierbei ist es jedoch manchmal nicht leicht, eine Grenze zu ziehen – wenn euer Freundeskreis sehr groß ist, kann ein vollständiges Einladen wiederum den Rahmen sprengen. Werden hingegen nur einige Freunde eingeladen und andere nicht, bietet dies Spielraum für Unverständnis und schlimmstenfalls Neid: Warum die und ich nicht? Falls ihr dies befürchtet, ladet ihr am besten nur jeweils einen besten Freund bzw. beste Freundin ein und macht sie zugleich zu euren Trauzeugen. Mit dieser „Strategie“ schafft ihr den goldenen Mittelweg.

Eine andere Methode ist: Zu wem hattet ihr im vergangenen Jahr am meisten Kontakt? Mit wem verbinden euch besondere Erlebnisse, zum Beispiel Hilfe beim Umzug, „Unterstützung“ beim Kennenlernen, gemeinsame Ferienreisen? Diese Freunde sollten bei eurer Hochzeit dabei sein.

Andere wichtige Personen

Es gibt Menschen, die man eigentlich nicht als Freunde im klassischen Sinne betrachtet, die aber dennoch eine bedeutende Rolle im Leben spielen. Dies können sein:

  • Nachbarn, zu denen eine engere oder helfende Beziehung besteht
  • Eine treue Putzfee des Hauses
  • Bekannte, die – schon geborene – Kinder hüten
  • Bekannte, die beim Finden des neuen, gemeinsamen Heims eine Rolle spielten, etwa durch das Vermitteln des Grundstücks, des Hauses oder der Wohnung

Die Kollegen…

… auf eurer Hochzeit? Dies hängt ganz stark von der Art der Beziehung unter den Kollegen ab – und bei Vorgesetzten noch mehr. Wenn ihr auf eurer Arbeitsstelle eine familiäre Atmosphäre pflegt und gegenseitige Einladungen gang und gäbe sind, könnt ihr eure Kollegen selbstverständlich einladen. Besteht hingegen ein eher förmlicher Umgang, bietet sich eine Hochzeitseinladung nicht an. Falls ihr unsicher seid: Stellt euch vor, wie eine Einladung wirkt, wenn sich Kollegen bislang noch nicht einmal zu Geburtstagen oder zu einem Grillabend eingeladen haben. Habt ihr den Wunsch, hier Vorreiter zu sein? Das erfordert Mut, kann aber auch einen positiven Effekt auf das weitere Arbeitsverhältnis haben.

Habt ihr jedoch ein mulmiges Gefühl, dann hört darauf. So manches Mal ist es besser, das private Leben und die Berufswelt zu trennen. Dies gilt erst recht für Vorgesetzte.

Die „Verwaltung“ eurer Gästeliste

Damit ihr – gerade bei einer größeren Anzahl an Gästen – jederzeit den Überblick behaltet, ist es ratsam, eine schriftliche Liste anzulegen, zum Beispiel mithilfe einer Excel-Tabelle. So vermeidet ihr Doppelungen oder versehentliche Auslassungen und verschafft euch eine klare Übersicht. Mit dieser Liste könnt ihr außerdem Kategorien festlegen:

  • „Wichtigkeit“ der Gäste
  • Wie viele eventuelle Begleiter: Kinder, Ehepartner, Autofahrer für nicht mobile Senioren
  • Mögliche Reservegäste einplanen, denn erfahrungsgemäß sagt ein Fünftel der eingeladenen Gäste ab
  • Datum für Zusagen bzw. Absagen festlegen und diese Zu- und Absagen sofort eintragen

Haltet die Gästeliste jederzeit aktuell. Das macht nicht viel Arbeit, aber ihr seid ständig auf dem neuesten Stand. Wenn ihr in einer Gaststätte feiert, ist es meistens möglich, veränderte Gästezahlen noch einen Tag vorher anzumelden.

Ein Tipp zum Schluss

Solltet ihr beim Planen der Einladungen feststellen, dass ihr sehr gern viel mehr Gäste einladen würdet, als euch – aus welchen Gründen auch immer – möglich ist, empfehlen wir euch den Polterabend. An diesem stimmungsvollen Anlass können all jene teilhaben, die bei eurer Hochzeit selbst nicht anwesend sein werden. Damit umgeht ihr eventuelle Neidgefühle und bietet den Gästen beim Poltern eine angemessene Alternative. Geraden für lockere Bekannte, Nachbarn, Kollegen und Vereinsmitglieder ist ein Polterabend ideal.

Wie eure Gästeliste auch aussieht: Wir freuen uns, dass ihr euch traut, und wünschen euch für eure Hochzeit und das Leben zu zweit alles Gute.

Interview mit der Familienfotografin Leni Moretti

Heute stellen wir Euch Leni Moretti vor.

Sie ist Familienfotografin aus Berlin und deutschlandweit im Einsatz.

Wie bist Du zur Fotografie gekommen und was ist Dein Spezialgebiet?

Während der Schulzeit habe ich die Analogfotografie entdeckt und mein ganzes Taschengeld in die Filmentwicklung gesteckt. Ich habe damals vor allem meinen jüngeren Bruder porträtiert. Anschließend ging es in die Dunkelkammer, wo ich meine Aufnahmen selbst entwickelt habe. Seitdem hat mich die Fotografie immer begleitet. Nach der Schule habe ich mich zunächst für einen anderen Weg entschieden, Internationale Politik studiert und mehrere Jahre im Ausland gearbeitet. Dort habe ich auch viel fotografiert, aber noch als Hobbyfotografin.

Als ich dann vor drei Jahren wieder nach Deutschland zurückkam, wurde mir klar, dass die Fotografie meine eigentliche „Berufung“ ist. 2013 habe ich mich dann – zunächst nebenberuflich – mit der Fotografie selbstständig gemacht und arbeite mittlerweile hauptberuflich als professionelle Familienfotografin in Berlin und deutschlandweit.

Zu Hause

Shooting zu Hause

Ich habe mich auf authentische Familienfotografie spezialisiert, weil mich die zwischenmenschlichen Momente der Verbundenheit mit anderen Menschen faszinieren und es mich erfüllt, dieses Gefühl in Bildern festzuhalten. Die Familien fotografiere ich meistens bei sich zu Hause, manchmal aber auch an einem Ort draussen, mit dem sie etwas verbinden.

Wie planst Du ein Familienshooting?

Der Schwerpunkt meiner Aufnahmen liegt auf Momenten des Miteinanders, bei denen keiner in die Kamera schaut. Der Schlüssel zu meinen Fotos ist, dass ich hierfür teilweise sehr konkrete Anleitungen gebe, man dies den Fotos aber nicht ansieht. Damit das gelingt, überlege ich mir vor jedem Familienshooting, was ich mit dieser jeweiligen Familienkonstellation an Aktivitäten und Interaktion machen kann. Denn eine Fotosession mit einem einjährigen Baby läuft anders ab, als mit drei kleinen Jungs. Die Familien sind immer dankbar für ein paar Anregungen, die ihnen helfen, sich vor der Kamera zu entspannen.

lockere Umgebung

entspannte Atmosphäre

Noch wichtiger als diese Vorbereitung ist es aber, flexibel zu bleiben. Die schönsten Situationen
ergeben sich von selber. Am liebsten fotografiere ich Familien in ihrem ganz normalen Alltag, beim Spielen, Abendessen, wenn die Kinder baden und beim Zubettgehen. Das sind die Fotos, die man sich später mit seinen Kindern anschaut und sagt „Weißt Du noch, wie wir damals immer …?“

Wie schaffst Du eine entspannte, lockere Atmosphäre?

Indem ich die Familie von mir und der Kamera ablenke. Schön ist es immer, wenn man das
Familienshooting um eine Aktivität herum aufbauen kann, mit der die Familie etwas verbindet.Zum Beispiel beim Samstagsfrühstück, Toben mit Mama und Papa oder die Kinder abends in der Badewanne.

in der Badewanne

Alltagssituationen

Jede Familie ist anders und vor jedem Fotoshooting frage ich immer auch nach typischen Alltagssituationen oder Eigenschaften der Kinder, denn ich möchte möglichst authentische Aufnahmen von der Familie, so wie sie sind, machen. Je mehr Interaktion es gibt, desto schneller vergessen sie die Kamera und desto ungezwungener ist die Atmosphäre während des Fotoshootings.

Hast Du Tipps für Hobbyfotografen?

Hobbyfotografen würde ich empfehlen, sich ein paar Ideen vor dem Fotoshooting zu überlegen, damit es für die Familie ein schönes Erlebnis wird und sie sich gerne daran zurückerinnern. Kinder lieben es zum Beispiel mit den Eltern auf dem Bett herumzutoben und sich zu bewegen. Alles, was Spaß macht, ist „erlaubt“. Wenn eine Idee nicht funktioniert, ist es wichtig, entspannt zu bleiben und Ruhe auszustrahlen. Wenn der kleine Tim keine Lust hat zwischen den Eltern auf der Couch zu sitzen (verständlich) und lieber auf Papa’s Rücken durch die Wohnung reiten möchte, wunderbar!

Weitere Tipps für natürliche Familienfotos gibt es auf meinem Blog.

Was gilt es unbedingt zu vermeiden?

Als Fotograf „Cheese“ oder „Ameisenscheiße“ zu sagen. Es sei denn man möchte ein aufgesetztes, unnatürliches Kinderlachen auf dem Familienfoto. Ein paar klassische Familienbilder sind bei meinen Shootings natürlich auch dabei, aber ich möchte ein echtes, herzliches Lächeln auf den Gesichtern. Bei Kleinkindern mache ich es meist so, dass Papa mit Kind auf dem Arm in das Gruppenbild hineinhüpft und ich dann das Fotos mache. Das bringt alle zum Lachen. Manchmal ziehe ich auch eine rote Clownsnase oder lustige Karnevalsbrille aus meiner Tasche. Grade kleine Kinder lieben solche Accessoires und so entstehen fröhliche Gruppenbilder.

Worauf sollte man besonders achten, wenn man Familien im Freien fotografiert?

Outdoor Fotos

draußen fotografieren

Auf die Tageszeit. Für schöne Familienfotos im Freien braucht man weiches Licht, das hat man vor allem frühmorgens oder spätabends, wenn die Sonne tief steht. Ich fotografiere am liebsten gegen 8 Uhr morgens. Das hat auch den Vorteil, dass die Kinder ausgeschlafen sind und nur wenig Leute draussen unterwegs sind. Grelles, direktes Sonnenlicht, vor allem gegen Mittag, erzeugt harte Kontraste und ist nicht empfehlenswert für Outdoor-Shootings.

Hast Du Tipps und Ideen für außergewöhnliche Fotos?

Familie zu Hause

Kuschelzeit

Ich habe das Gefühl, dass grade Fotoshootings zu Hause von Familien als außergewöhnlich betrachtet werden. Viele denken bei Familienfotos an die klassischen Fotostudioportraits und können sich gar nicht vorstellen, dass man schöne Familienfotos in der Wohnung machen kann. Aber es gibt keinen Ort, der einem vertrauter ist, mit dem man so viele Erinnerungen verbindet und an dem man sich so wohl fühlt, wie das eigene Zuhause. Hinzu kommt, dass sich hier ganz typische Familienrituale und tolle Fotosituationen oft von selber ergeben.

Hast Du spezielle Outfits-Tipps für ein Familienshooting?

Auf gar keinen Fall Partnerlook oder alle mit Jeans und weißen Hemden. Das Wichtigste ist, dass man sich wohlfühlt. Ich empfehle in der Regel einfarbige Sachen (ohne Logos) und nur ein Muster pro Outfit, um nicht zu sehr von den Gesichtern abzulenken. Schön ist es auch, wenn sich die Familie farblich etwas abstimmt.

Was ist das Herausforderndste an der Familienfotografie?

Nie zu wissen, was einen erwartet. Weder die Familie, noch ihr Zuhause oder die Lichtverhältnisse zu kennen, in denen man fotografiert. Das macht es herausfordernd, aber auch spannend und
abwechslungsreich.

Was ist das Schönste an der Familienfotografie?

wichtige Momente

ganz besondere Momente

Anderen mit meinen Fotos ein Geschenk zu machen. Ihnen mit meinen Aufnahmen zu zeigen, wieviel Glück, Liebe und Nähe in ihrem Familienalltag steckt. Und zu wissen, dass meine Fotos sie zu diesen besonderen Momenten des Miteinanders zurückbringen werden.
Website: www.lenimoretti.com

Facebook: ww.facebook.com/LeniMorettiPhotography

Vielen Dank, liebe Leni, für dieses nette Interview, die hübschen Fotos und die tollen Anregungen!