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Welche Möglichkeiten der Namensgebung hat ein Ehepaar?

Ein Thema, das zu jeder Hochzeit gehört, ist die Frage, welcher Ehename ab der Eheschließung gelten soll. Das deutsche Recht bietet euch hier mehrere Möglichkeiten – der Klassiker, dass die Ehefrau den Nachnamen des Ehemannes übernimmt, ist nur eine der Optionen. Damit ihr bei euren Hochzeitsvorbereitungen schon alles wisst und euch entscheiden könnt, haben wir für euch dieses Thema kurz zusammengefasst.

Ein gemeinsamer Ehename

Die meisten Eheleute entscheiden sich weiterhin gern dafür, dass sie einen gemeinsamen Namen tragen. Dieser Ehename kann der Geburtsname von einem von euch sein: Ehemann oder Ehefrau. Was nicht möglich ist: dass ihr einen Ehenamen wählt, der aus einer früheren Hochzeit stammt. Ihr habt lediglich die Wahl zwischen euren Geburtsnamen.
Ein Doppelname als gemeinsamer Name ist ebenfalls nicht möglich – aus Herrn Müller und Frau Meier darf nicht das Paar Müller-Meier oder Meier-Müller werden. Die einzige Ausnahme gilt, wenn einer von euch einen Doppelnamen als Geburtsnamen hat und ihr euch diesen Namen als Ehenamen aussucht.
Für welchen gemeinsamen Namen ihr euch auch entscheidet: Ihr teilt dies bei der standesamtlichen Heirat dem Standesbeamten mit.

Ihr behaltet eure Namen

Ehemann und Ehefrau können ihre eigenen Namen auch behalten – dann heißt ihr beide nach eurer Heirat genauso wie vorher. Auch diese Variante gewinnt an Beliebtheit. Und solltet ihr euch im Nachhinein doch noch dazu entschließen einen gemeinsamen Ehenamen führen zu wollen: Dies ist bis zu fünf Jahre nach der Hochzeit möglich. Viele Paare machen dies, wenn Kinder geboren werden und der Wunsch nach einem gemeinsamen Familiennamen entsteht.

Die so genannten Begleitnamen

Familiennamen

Für welchen Namen entscheidet man sich?

Oben haben wir euch erklärt, dass Doppelnamen als gemeinsamer Name nicht erlaubt sind. Was jedoch möglich ist, wenn jemand von euch seinen Nachnamen nicht ganz „einbüßen“ möchte: der Begleitname. Wenn Frau Meier Herrn Müller heiratet und ihren Nachnamen weiterhin führen will, kann sie zu Frau Meier-Müller oder auch zu Frau Müller-Meier werden, während ihr Ehegatte Herr Müller bleibt. Bei diesen Begleitnamen muss es außerdem nicht der Geburtsname sein, der zum Bestandteil des Begleitnamens wird. Wenn also Meier der Geburtsname ist und Lehmann ein Ehename aus einer ersten Ehe, kann die Frau bei ihrer zweiten Hochzeit mit Herrn Müller zu Frau Lehmann-Müller oder Müller-Lehmann werden.
Es geht aber noch weiter mit den Regeln. Wenn ein Ehegatte schon einen Doppelnamen hat – egal, ob als Geburts- oder Ehenamen -, so kann daraus kein Dreifach-Name werden. Wenn Frau Meier-Lehmann also Herrn Müller heiratet und sie nicht nur Müller heißen möchte, hat sie die Wahl zwischen Meier-Müller oder Lehmann-Müller bzw. umgekehrt.
Und zum Schluss: Diese Begleitnamen dürfen im Laufe der Ehe abgelegt werden – wenn ihr also feststellt, dass ein einziger Name doch schöner ist, dürft ihr den Begleitnamen ablegen. Diesen Wunsch erklärt ihr wieder auf dem Standesamt.

Wenn Kinder da sind…

… und es keinen gemeinsamen Ehenamen gibt, wählen die Eheleute einen ihrer Namen für den Nachwuchs aus. Doppelnamen sind dabei nicht erlaubt. Falls ihr die Entscheidung nicht selbst treffen könnt, entscheidet das Vormundschaftsgericht. Aber ihr bekommt das sicher auch selbst hin. Wir wünschen euch viel Freude bei eurer Heirat!

Was ist ein Ehevertrag, welche Formen gibt es, für wen empfiehlt er sich?

unterschriebener Ehevertrag

unterschriebener Ehevertrag

Wer heiratet, denkt meistens nicht an juristische Dinge, Scheidung oder eine Aufteilung des Vermögens. Dies sind die Punkte, die in einem Ehevertrag geregelt werden. Wenn bei euch die Hochzeit ansteht oder ihr frisch verheiratet seid, fragt ihr euch bestimmt: Wozu soll eine solche juristische Sache für unsere Zweisamkeit gut sein? Antworten auf diese Frage findet ihr hier.

Ein Ehevertrag zieht klare Grenzen

Auch wenn der Himmel bei der Heirat voller Geigen hängt – das gemeinsame Leben kann viele Wege gehen. Natürlich denkt ihr jetzt nicht an eine Scheidung, für die Eheverträge klare Regelungen festsetzen. Wenn jedoch dieser Fall wirklich eintritt, kann ein Vertrag herbe finanzielle Verluste verhindern – für beide Seiten. Dies gilt für das „normale“ Vermögen ebenso wie für Immobilienvermögen, Erbschaften oder das Unternehmen gewerbetreibender bzw. selbständiger Ehepartner. Im selben Maße gilt es für Frauen, die in der Ehe nicht oder wenig gearbeitet haben.

Zwei Arten von Eheverträgen

Kurz gesagt, gibt es zwei Möglichkeiten die Ehe vertraglich zu regeln: Gütertrennung und Gütergemeinschaft. Jede Art bietet sich für unterschiedliche Paare nach der Heirat an. Eine rechtliche Beratung ersetzt dieser Artikel jedoch nicht – wenn eure persönliche Situation sehr speziell ist, empfehlen wir euch, die Entscheidung erst nach einer fundierten Beratung beim Rechtsanwalt zu treffen. Dies ist ohnehin ratsam, da ein Ehevertrag beim Notar oder Rechtsanwalt geschlossen werden muss, um gültig zu sein.

Ohne Ehevertrag…

… gilt in Deutschland das Prinzip der Zugewinngemeinschaft. Dies bedeutet: Alles, was ihr an Vermögen mit in die Ehe bringt, bleibt euer Eigentum – auch nach einer möglichen Trennung. Jenes Vermögen, das während der Ehe entsteht – der sogenannte Zugewinn -, bleibt ebenfalls getrennt und ein Partner hat kein Zugriffsrecht auf das Vermögen des anderen. Trennt sich das Paar, wird lediglich der Zugewinn vom Wert her aufgeteilt und durch zwei dividiert. Jeder Partner erhält eine Hälfte dieses Zugewinns. Führt ein Ehepartner als Selbständiger bzw. Gewerbetreibender einen Betrieb, müsste dieser eventuell verkauft werden, damit der Ehepartner ausgezahlt werden kann – hier ist es also ratsam, einen Vertrag zu schließen.

Gütertrennung

Dies bedeutet, dass sämtliches Vermögen beider Partner getrennt ist und bleibt. Deshalb bietet sie sich für einen gewerbetreibenden oder selbständigen Partner an, denn sein Unternehmen bleibt vollständig erhalten. Auch für kinderlose Doppelverdiener oder Paare mit ähnlichem Vermögensstand ist die Gütertrennung ideal, denn so bleiben Erbschaften oder Immobilienvermögen unberührt. Ungeeignet ist die Gütertrennung für nichtverdienende Partner – sie haben nach der Hochzeit keine Werte erarbeitet und gehen entsprechend ohne Werte aus einer Trennung hervor.

Die Gütergemeinschaft

Diese Form des Ehevertrages ist optimal für Paare mit größerem Verdienst- oder Vermögensgefälle, denn alles, was vor der Heirat und während der Ehe erwirtschaftet wird, gehört beiden zu gleichen Teilen. Arbeitet also die Frau kaum oder gar nicht, steht sie nach einer Scheidung besser da. Auch Immobilienvermögen oder Erbschaften gehen dann an beide Partner – aber auch Haftungsansprüche aus Schulden, die nur einer macht.
Es wird also deutlich: Wenn ihr nach eurer Hochzeit alles gut regeln wollt, nehmt eine anwaltliche Beratung in Anspruch. Jede Situation lässt sich festlegen und durch individuelle Regelungen ergänzen.

Was ist der Unterschied zwischen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft und einer Ehe?

Wie so vieles im Leben, so gibt es auch für die Ehe und das Zusammenleben zweier Menschen zahlreiche rechtliche Regelungen und Gesetze. Damit ihr hier einen Einblick erhaltet, stellen wir euch an dieser Stelle die Merkmale bzw. Unterschiede zwischen Ehe, nichtehelicher Lebensgemeinschaft und eingetragener Lebenspartnerschaft vor.

Hochzeit und Ehe

Unterschriften

Eheschließung

Damit erfahrt ihr nichts Neues: Ein Mann und eine Frau heiraten und ihr Zusammenleben wird als Ehe bezeichnet. Die standesamtliche Trauung bezeugt dies vor dem Staat und sorgt dafür, dass ihr als Ehepartner verschiedene Rechte und Pflichten habt – sowohl eurem Partner gegenüber als auch dem Staat. Ein Beispiel für ein Recht ist das Erbrecht: Wenn ein Partner stirbt, erbt der andere Partner automatisch den größten Teil des Vermögens. Ein Beispiel für eine Pflicht ist etwa das Taschengeld, das ein Alleinverdiener seinem Ehepartner von seinem Gehalt zur Verfügung stellen muss.
Wichtig für medizinische Belange ist: Ärzte sind gegenüber Ehepartnern voll auskunftsberechtigt, wenn es um Fragen nach dem Gesundheitszustand geht.
In Deutschland können nur Mann und Frau in der Eheform als solcher zusammenleben. Wie die rechtliche Regelung bei gleichgeschlechtlichen Partnern aussieht, lest ihr im nächsten Absatz.

Eingetragene Lebenspartnerschaft

In Deutschland ist es seit dem Jahr 2001 möglich, dass homosexuelle Partner eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen können. Diese wird – wie die Hochzeit eines heterosexuellen Paares – vor dem Standesamt geschlossen bzw. eingetragen. Der rechtliche Status ist dem einer Ehe zwar ähnlich, aber nicht gleich. So darf ein gleichgeschlechtliches Paar bislang keine Kinder adoptieren – wobei dies kürzlich durch die so genannte sukzessive Zweitadoption auf indirektem Wege möglich wird: Zunächst adoptiert einer der Partner das Kind und der zweite adoptiert es später.
Was schon länger erlaubt ist: Das leibliche Kinde eines Partners wird vom anderen homosexuellen Partner adoptiert.
Die Haltung der Kirchen ist der des Staates noch nicht gleich. In der katholischen Kirche ist eine Heirat oder auch nur Segnung solch einer Partnerschaft überhaupt nicht möglich. In der evangelischen Kirche sind zum Teil – dies hängt von der Region ab – mittlerweile Segnungen erlaubt. Dies kommt vom Ablauf her einer Hochzeit nahe, entspricht jedoch nicht diesem Status.

Die nichteheliche Lebensgemeinschaft…

Eheleprwjeproj

Ehevertrag

… ist das Zusammenleben zweier Menschen ohne Heirat und somit ohne die rechtlichen Regelungen, die in der Ehe gelten. Bei unseren Erklärungen lassen wir bewusst Liebe und Verantwortungsgefühl außen vor – es geht hier um die Augen des Gesetzes. Hetero- oder homosexuelle Paare können heute – zumindest beinahe überall – ohne Trauschein zusammenleben, ohne dass sie geächtet werden. Auch der alte Begriff der wilden Ehe, der die nichteheliche Lebensgemeinschaft noch vor einer Generation abfällig belegte, ist am Aussterben. Das Zusammenleben ohne Hochzeit ist normal geworden.
Vor dem Gesetz jedoch werden Paare ohne Trauschein als Fremde betrachtet. Sie können ohne ausdrückliches Testament nicht voneinander erben, erhalten von Ärzten in der Regel keine Auskunft und ein Partner hat gegenüber dem anderen keine Rechte und Pflichten zur wirtschaftlichen Versorgung. Für alle diese Fälle können – und sollten – Vollmachten erteilt werden, die dem Partner dieselben Rechte einräumen wie einem Ehegatten. Das sorgt für Sicherheit und ihr könnt euch miteinander wohl fühlen.

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Kirchliche Hochzeit versus standesamtliche Hochzeit

Steht eure Eheschließung an und ihr fragt euch, wie ihr euch trauen lassen möchtet? Im Gegensatz zu der Zeit vor zwei Generationen habt ihr heutzutage die Wahl: nur standesamtlich zu heiraten oder zusätzlich kirchlich. Wir geben euch hier einen Überblick über beide Arten der Trauung.

Die standesamtliche Hochzeit…

Standesamt

standesamtliche Trauung

… ist notwendig, wenn ihr in Deutschland vor dem Gesetz als verheiratet gelten wollt. Ohne das Ja-Wort auf dem Standesamt ist ein Zusammenleben rechtlich gesehen keine Ehe – und es kommen für euch auch nicht die steuerlichen und sonstigen rechtlichen Aspekte infrage wie das Ehegattensplitting, verschiedene Freibeträge oder das Adoptieren von Kindern.

Die kirchliche Trauung bezeugt euren Wunsch nach der Zweisamkeit vor Gott. Ohne standesamtliche Hochzeit ist es jedoch in Deutschland nicht möglich, kirchlich zu heiraten, denn der amtliche Traunachweis gehört zu den Dingen, die für eine Hochzeit in der Kirche nötig ist, sowohl katholisch als auch evangelisch.

Nicht nur einfach Ja sagen

Damit es „auf dem Amt“ nicht nur formal zugeht, verläuft die Trauung dort durchaus etwas festlich, wenn auch nicht im selben Rahmen wie bei einer kirchlichen Hochzeit. Das Outfit des Brautpaares und der Gäste hängt davon ab, ob auch eine kirchliche Trauung stattfindet oder nicht – wenn nicht, ist auf dem Standesamt sogar ein romantisches Brautkleid in Weiß möglich. Dennoch fällt der festliche Rahmen der amtlichen Hochzeit meist nicht so üppig aus wie bei einer Trauung in der Kirche.

Viele Standesämter nehmen gern besondere Wünsche des Paares auf. So steht manchmal ein besonderer Festsaal für die Eheschließung zur Verfügung und nicht nur das Büro des Standesbeamten. Oder aber das Paar kann sich an einem Ort außerhalb trauen lassen, zum Beispiel in einem Schloss oder auf einem Schiff. Die Möglichkeiten hängen ganz vom jeweiligen Standesamt ab – fragt am besten nach. Wenn eine von euch gewählte Form nicht akzeptiert wird, fragt nach Alternativen.

Die Platzfrage

Falls euer Standesamt nur im Rathaus selbst traut und dort auch nur in einem bestimmten Raum, so solltet ihr vorab prüfen, wie viele Personen in diesen Raum passen. Denn davon hängt es ab, wen ihr zur standesamtlichen Hochzeit einladen könnt. Neben Trauzeugen und engen Angehörigen passen in viele Trauzimmer nicht mehr sehr viele Menschen – falls ihr nur standesamtlich heiratet, stellt euch von vornherein darauf ein und organisiert eine anschließende Hochzeitsfeier an einem Ort ohne Platzprobleme. Dort erscheinen gegebenenfalls jene Personen, die ihr gern dabei haben wollt, die aber bei der Trauung nicht anwesend sein können. Erwähnt dies dann unbedingt in euren Einladungskarten.

Bei einer kirchlichen Trauung…

Trauung in der Kirche

kirchliche Trauung

… entfällt diese Frage, denn jede durchschnittliche Kirche bietet ausreichend Platz für eine große Hochzeitsgesellschaft. Ihr habt viel Spielraum für eure Gästeliste – und braucht nur eure anschließende Location für die Feier darauf abzustimmen.

Der Rahmen einer Hochzeit in der Kirche ist außerdem ein ganz anderer als „im Amt.“ Neben dem christlichen Aspekt, auf den gleich noch eingegangen wird, fühlen sich die meisten Menschen in einer Kirche automatisch viel feierlicher – die Atmosphäre ist von ganz allein sehr ausdrucksstark.

Für zahlreiche Menschen gehören festliche Orgelmusik, das Geläut der Glocken und die Stimmung eines Gotteshauses außerdem unbedingt dazu, wenn sie den Bund fürs Leben schließen. Auch das Einziehen mit dem Pfarrer und das Ausziehen mit blumenstreuenden Kindern sind Dinge, die immer im Gedächtnis bleiben. Bei einer standesamtlichen Trauung fehlen sie komplett.

Die Ehe vor Gott schließen

Ist es für euch wichtig, euren Glauben in eure Hochzeit einzubeziehen? In diesem Fall geht es natürlich nicht ohne eine kirchliche Trauung. Viele Pfarrer sind heute auch gern bereit, individuelle Wünsche zu erfüllen, zum Beispiel:

  • bestimmte Lieder, die elektronisch abgespielt werden können oder die live vorgetragen werden, also nicht ausschließlich Orgelmusik
  • die Einbeziehung bestimmter Sachverhalte wie euer Kennenlernen, markante Situationen und auch intensive Wünsche an Gott und das Leben zu zweit
  • die Deko, die häufig von der Familie oder Freunden gestaltet und in der Kirche angebracht wird und die euren persönlichen Geschmack widerspiegelt
  • bestimmte Bibelstellen, die für euch eine spezielle Bedeutung haben und die der Pfarrer gern in den Mittelpunkt stellt und theologisch ausdeutet

Nicht zuletzt ist es für Gläubige äußerst wichtig, die Ehe vor Gott zu schließen, um seinen Segen zu bitten und der Hochzeit einen Rahmen zu geben, der über das Alltägliche hinausgeht. Nicht umsonst wird bei Hochzeiten gerade in der Kirche heute noch häufig geweint – warum auch nicht? Eine standesamtliche Trauung erzeugt selten dasselbe Maß wunderschöner Emotionen und Stimmungen.

Die Entscheidung…

… kann euch letztendlich niemand abnehmen. Ob ihr lediglich die rechtlich notwendige Eheschließung vollziehen möchtet, euch dem Glauben nicht verpflichtet fühlt oder aber den traditionellen großen Rahmen wünscht: Es ist euer ganz besonderer Tag und ihr werdet die richtige Entscheidung treffen.

Eingetragene Lebenspartnerschaft – alles Wissenswerte

Homo-Ehe

Liebesglück – eingetragene Partnerschaft

Die Akzeptanz der Homosexualität hat in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. Und mittlerweile hat auch die deutsche Rechtsprechung erkannt, dass gleichgeschlechtliche Paare gegenüber der heterosexuellen Ehe bislang um Einiges schlechter gestellt waren. Die so genannte eingetragene Lebenspartnerschaft und das dahinter stehende Lebenspartnerschaftsgesetz haben dazu beigetragen, dies zu ändern. Zwar sind Homosexuelle in ihrer Partnerschaft rechtlich einer „vollwertigen“ Ehe noch nicht ganz gleichgestellt – daher auch der Begriff „Lebenspartnerschaft“ statt „Ehe“ -, aber es sind schon viele Schritte in diese Richtung getan worden. In diesem Text findet ihr Beispiele für die rechtliche Situation der „Homo-Ehe“, wie die Lebenspartnerschaft umgangssprachlich oft genannt wird.

Rechte und Pflichten der beiden Partner

Das Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG) definiert die Rechte und Pflichten der Partner allgemein mit folgenden Punkten:

  • Beide verpflichten sich zur gemeinsamen Lebensführung und zum gegenseitigen Beistand
  • Es kann ein gemeinsamer Familienname gewählt werden, der Lebenspartnerschaftsname
  • Die Partner haben gegeneinander eine Unterhaltspflicht
  • Beide Partner haben die Schlüsselgewalt für die gemeinsame Wohnung
  • Hinsichtlich des Vermögens gilt die Zugewinngemeinschaft – wie in der „normalen“ Ehe auch. Andere Formen des Güterrechts müssen vertraglich festgehalten werden

Da die Lebenspartnerschaft der Ehe noch nicht vollständig entspricht, wird bei Homosexuellen auch nicht von einer „Heirat“ gesprochen, sondern von einer „Verpartnerung.“ Der Paragraf 6 des Grundgesetzes, der die Ehe ausdrücklich schützt, gilt aus diesem Grund nicht in vollem Umfang für Lebenspartnerschaften. Zumindest gibt es jedoch schon eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes von 2103, die eine Lebenspartnerschaft, in der leibliche oder angenommene Kinder leben, als sozial-familiäre Gemeinschaft, unter den Schutz des § 6 stellt.

Weitere Punkte

Partnerschaft

gleichgeschlechtliche Partnerschaft

Bevor die Verpartnerung erfolgt, können sich Gleichgeschlechtliche Paare genauso verloben wie Heterosexuelle. Existiert bereits eine Partnerschaft, ist eine weitere nicht möglich – Bigamie ist ebenso verboten wie bei Mann und Frau.

Im Falle des Todes eines Partners hat der andere Partner ein gesetzliches Erbrecht, das neben dem der leiblichen Verwandten besteht. Es ist natürlich darüber hinaus möglich, dass die Beiden ein gemeinsames Testament aufsetzen – dies entspricht dem Ehegattentestament. Somit sind auch besondere testamentarische Formen möglich, zum Beispiel das Berliner Testament.

Seit dem Jahr 2013 werden Homosexuelle im Steuerrecht genauso behandelt wie heterosexuelle Ehepartner. Das bedeutet, dass steuerliche Vergünstigungen wie das Ehegattensplitting in Anspruch genommen werden können. Auch die Wahl der Lohnsteuerklassen ist dieselbe wie bei Ehepartnern. Das Splitting kann rückwirkend bis 2001 beantragt werden, wenn die entsprechenden Steuerbescheide noch vorhanden sind.

Bei Freistellungaufträgen, die auf Zinseinkünfte beantragt werden, haben Homosexuelle die Wahl, entweder einen gemeinsamen Auftrag oder jeweils einzelne Aufträge zu erteilen. Auch im Erbfall gelten nun dieselben Freibeträge wie für Ehen, nämlich 500.000 Euro.

Wie ist es bei Kindern?

Einladung zur eingetragenen Partnerschaft

Einladung zur Hochzeit zur Partnerschaft

Wenn einer der Lebenspartner ein eigenes Kind mit in die Lebenspartnerschaft bringt, hat dieser das volle Sorgerecht (natürlich abhängig von den Vorgaben, die im Scheidungsverfahren mit dem zweiten leiblichen Elternteil getroffen wurden). Der andere Partner erhält die Rechte eines Stiefelternteils – das so genannte „kleine Sorgerecht“. Er kann jedoch das leibliche Kind seines Partners adoptieren (die Stiefkindadoption).

Ein Fall, bei des es bislang noch keine volle rechtliche Gleichstellung gibt, ist die Adoption von Kindern, die nicht von einem der Partner stammen. Eine gemeinsame Adoption ist bisher nicht möglich. Dennoch muss der eine Partner zustimmen, wenn der andere ein Kind adoptieren möchte – was menschlich betrachtet nur natürlich ist. Seit 2103 ist aber die sukzessive Zweitadoption erlaubt. Hierbei adoptiert zunächst der eine Partner das Kind und später auch der zweite. Das Zusammenleben gleichgeschlechtlicher Paare mit Kindern wird als „Regenbogenfamilie“ bezeichnet.

Und noch mehr Regelungen…

Bei Themen wie Gehaltsberechnung und Witwen- bzw. Witwerrente und sind eingetragene Lebenspartnerschaften der Ehe mittlerweile gleichgestellt. Auch ein Aufenthaltsrecht für einen ausländischen Partner ermöglicht die Lebenspartnerschaft – genau wie bei der Ehe. Entsprechend erstreckt sich das Asylrecht auch auf die Familie eines ausländischen gleichgeschlechtlichen Partners (Familienasyl).

Heiraten zwei gleichgeschlechtliche Partner, werden die Verwandten des einen im selben Maß mit dem anderen Partner verschwägert wie in einer heterosexuellen Ehe. Und auch das juristische Befangenheitsverhältnis ist gleich: Lebenspartner können gegenüber dem anderen das Zeugnisverweigerungsrecht in Anspruch nehmen.

Ein Unterschied zur Ehe liegt im Ort der Verpartnerung – diese muss nämlich in Deutschland stattfinden. Findet sie im Ausland statt, selbst im europäischen, wird sie in Deutschland nur in jenem Maße anerkannt, das im Land der Verpartnerung gilt. Dies ist auch dann der Fall, wenn die Partner sich in einem deutschen Konsulat im Ausland verpartnern. Wer hier sicher gehen will, sollte die Verpartnerung in Deutschland wiederholen.

Einige Zahlen

Seit rund zehn Jahren werden statistische Werte bezüglich der Anzahl homosexueller Paare erhoben, sowohl ohne als auch mit eingetragener Lebenspartnerschaft. Um die Entwicklung zu veranschaulichen, gibt diese Tabelle einen Überblick:

 

Jahr Zusammen lebende Paare insgesamt Davon eingetragene Lebenspartnerschaften
2006 62.000 12.000
2007 68.000 15.000
2008 70.000 19.000
2009 63.000 23.000
2010 67.000 27.000
2011 73.000 32.000

 

Gegenwärtig gehen tendenziell mehr Männer als Frauen eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein.

Die Trennungsrate gleichgeschlechtlicher Paare ist bislang noch nicht ausreichend erfasst, es wird gegenwärtig jedoch von einer Rate um die 6 % ausgegangen.

Die Diskussion um eine volle rechtliche Gleichstellung der Lebenspartnerschaft mit der Ehe ist immer wieder einmal Thema, zum Beispiel durch das in Irland durchgeführte Referendum. Bis in Deutschland nur noch der Begriff „Ehe“ für alle Formen des Zusammenlebens verwendet wird, wird noch einige Zeit vergehen. Die bisherigen Errungenschaften sind aber für Homosexuelle schon eine große Hilfe im Alltag.