Hochzeitsbräuche

Auf jeder Hochzeitsfeier gibt es eine Vielzahl an Bräuchen:

Altes und Neues, etwas Blaues, Mandeln, Perlen, ein Strumpfband… Wir nehmen diese Hochzeitsbräuche in Deutschland meist in die Feier mit auf und wissen nicht immer, was sie überhaupt bedeuten. In diesem Text erfahrt ihr die Hintergründe der gängigsten deutschen Hochzeitsbräuche.

hochzeitsbräuche: Brautstrauß werfen

Hochzeitsbrauch: etwas Altes und etwas Neues

Diese beiden Dinge haben in Bezug auf das Eheleben die Bedeutung, dass das alte Leben endet und ein neues beginnt. Mit dem Hochzeitsbrauch, etwas Altes einzubauen, wird das bisherige Leben – vor allem das der Braut – symbolisiert und mit einem neuen Gegenstand das Leben, das mit der Eheschließung beginnt. Dies ist ja auch tatsächlich der Fall.

Hochzeitsbräuche: etwas Blaues

In vielen Hochzeiten liegt ein farblicher Akzent nicht nur auf der Farbe Rot, die ja für die Liebe steht. Auch Blau spielt eine Rolle und symbolisiert Treue und Beständigkeit. Diese beiden Dinge wünscht sich jedes Paar für seine gemeinsame Zukunft. Blau als Farbe der Treue hat eine lange Tradition und deshalb gehört für viele Menschen als Hochzeitsbrauch was Blaues einfach dazu.

Warum Mandeln zur Hochzeit?

Dieser Hochzeitsbrauch hat seinen Ursprung in der Zeit des Sonnenkönigs, Ludwig XIV. Zu jener Zeit wurden bei besonderen Festen fünf gezuckerte Mandeln überreicht, damals ein sehr edles und teures Geschenk. Jede Mandel stellte einen guten Wunsch dar:

  • Fruchtbarkeit
  • Ein langes Leben
  • Gesundheit
  • Wohlstand
  • Glück

Überreicht werden die Mandeln heutzutage gern in einem schön dekorierten Tütchen oder einem ebenfalls ansprechend geschmückten Kästchen – so hat sich dieses Geschenk in Deutschland bei Hochzeitsbräuchen etabliert.

Wieso soll es auf einer Hochzeit keine Perlen geben?

Nach einem Aberglauben symbolisieren Perlen Tränen – „jede Perle eine Träne“. Und weil Tränen auf einer Hochzeit natürlich nichts zu suchen haben, vermeiden viele Paare sie bei ihren Bräuchen zur Hochzeit. Mittlerweile gibt es jedoch auch Menschen, die diesen Aberglauben nicht teilen und die gegenteilige Meinung haben: Jeder Perle ist eine Freudenträne. Wie ihr euch entscheidet, hängt von eurer persönlichen Meinung ab.

Der klassische Hochzeitsbrauch: in Weiß heiraten

Die Farbe Weiß steht für Unschuld und Reinheit und ist eine Tradition aus der Zeit, da Frauen unberührt in die Ehe gingen. Die Reinheit und Unschuld der Braut gehört zu den christlichen Hochzeitsbräuchen und war bis vor etwa zwei Generationen auch ein wichtiger Hochzeitsbrauch in Deutschland. Es ist heute aber längst akzeptiert, dass Frauen auch dann in Weiß heiraten, wenn sie nicht als Jungfrau in die Ehe gehen.

Wieso hupt man bei einer Hochzeit?

Dieser Brauch hat denselben Grund wie alle Bräuche, bei denen Lärm gemacht wird: Böse Geister sollen vertrieben werden. Jeder schlechte Einfluss, der das Leben des Paares trüben könnte, zählt als böser Geist, dem mit viel Lärm der Garaus gemacht werden soll. Wenn nun alle Fahrzeuge, die zur Hochzeit gehören, ausgiebig hupen, haben diese bösen Einflüsse keine Chance, die Hochzeit und auch das künftige Eheleben zu trüben – so der Gedanke dahinter.

Welche Rolle spielen Tauben bei einer Hochzeit?

Tauben besitzen ebenfalls eine große Symbolik, wenn es um die Ehe geht. Sie stehen für Liebe, Treue und Glück. Deshalb schätzen es viele Paare, wenn diese schönen Vögel – noch dazu in reinem Weiß als Farbe der Unschuld – auf ihrer Hochzeit eine Rolle spielen. Nicht jedem ist es möglich, eine Schar Tauben in den Himmel steigen zu lassen. Alternativ kommen die Tauben bei den Einladungskarten und Hochzeitskarten vor oder auch bei der Hochzeitsdeko wie Tischkarten.

Deutschlands Hochzeitsbräuche: der Reis

Reis mit seinen zahllosen Körnern ist ein starkes Symbol der Fruchtbarkeit. Ihn bei einer Hochzeit zu werfen, soll der Ehe entsprechend Fruchtbarkeit und viele Kinder bringen. Zu deutschen Hochzeitsbräuchen gehört Reis also unbedingt dazu – wenn auch immer mehr Menschen Probleme damit haben, ein Lebensmittel einfach auf den Boden zu werfen, während in vielen Ländern gehungert wird. Auch einige Standesämter tolerieren das Reiswerfen nicht mehr – wenn es bei eurer Hochzeit dabei sein soll, klärt dies vorher mit eurem Standesbeamten.

Ein weiterer Klassiker: das Strumpfband

Dieser Hochzeitsbrauch in Deutschland geht auf eine Zeit zurück, da der Vollzug der Ehe, also der erste Beischlaf, noch während der Hochzeitsfeier stattfand und die Gäste auf den „Vollzug“ warteten. Danach wurde das Strumpfband als Zeichen dieses Vollzuges in die Menge der Gäste geworfen.

Dieser Brauch existiert heute natürlich nicht mehr, aber die Beliebtheit des Strumpfbandes als Grundlage für lustige Spiele ist geblieben, sei es das Entfernen des Bandes vom Bein der Braut durch den Bräutigam – ohne Hände – oder das Werfen in die Gruppe der Junggesellen.

Christliche Hochzeitsbräuche…

… sind die bisher erwähnten nicht – sie haben ihren Ursprung in Lebensweisen oder Aberglauben. Deutschlands Hochzeitsbräuche, wie wir sie heute kennen, bestehen aus einem bunten Mischmasch beider Arten von Bräuchen. Die christlichen Hochzeitsbräuche sind in der Regel die, die während der Trauung in der Kirche vollzogen werden, zum Beispiel Trauspruch, Ringtausch oder der erste Kuss, der ein Friedenskuss ist. Beide Arten spielen für diesen großen Tag eine bedeutende Rolle und wenn ihr eure Feierlichkeiten plant, plant ihr am besten auch, was auf welche Weise zu diesem wunderbaren Tag dazugehören wird.

Altes, Neues, Blaues, schöne Symbole:
Jeder Hochzeitsbrauch hat seine ganz eigene Geschichte.

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Aussuchen!

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